Flunder (Platichthys flesus)

Platichthys flesus

Flunder

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48 %

Mäßige Bedingungen

Beste Phase heute 18:00 – 19:45 Uhr Ortszeit
  • Kühles bis mildes Wetter kann gute Bedingungen bringen; Gezeiten und Wassertemperatur spielen eine große Rolle.
  • Mäßiger Wind bewegt das Küstenwasser und kann Nahrung in Ufernähe bringen.

Wetterbasierte Einschätzung für diese Fischart.

Flunder: Plattfisch zwischen Meer und Fluss

Die Flunder (Platichthys flesus) ist ein bodenlebender Plattfisch, der Küstengewässer, Brackwasser und auch Süßwasser nutzt. Ihre Fähigkeit, zwischen unterschiedlichen Salzgehalten zu wechseln, macht sie zu einem typischen Bewohner von Flussmündungen. Dort sucht sie auf Sand- und Schlickflächen nach Würmern, kleinen Krebstieren und Muscheln.

Für Angler ist besonders ihr ausgeprägter Bezug zum Gewässergrund entscheidend. Wer Bodenstruktur, Strömung und Nahrungsangebot berücksichtigt, kann Flundern häufig in erstaunlich geringer Entfernung zum Ufer finden.

Wie sieht die Flunder aus? Merkmale und Bestimmung

  1. Familie: Schollenverwandte beziehungsweise Schollen (Pleuronectidae)
  2. Wissenschaftlicher Name: Platichthys flesus
  3. Verbreitung: Europäische Küsten des Nordostatlantiks, Nordsee und Ostsee sowie angrenzende Flussmündungen und Flüsse
  4. Körpergröße: Häufig etwa 20–35 cm, große Exemplare über 40 cm
  5. Gewicht: Meist einige Hundert Gramm; große Tiere können mehr als 1 kg wiegen
  6. Alter: Bis etwa 15 Jahre dokumentiert
  7. Körperform: Seitlich stark abgeflacht, länglich-oval und asymmetrisch
  8. Lebensraum: Meeresküsten, Brackwassergebiete und erreichbare Süßwasserabschnitte mit überwiegend weichem Grund
  9. Gefährdungsstatus: Weit verbreitet; regionale Bestände und Lebensraumbedingungen sind gesondert zu beurteilen

Die Flunder liegt nicht auf dem Bauch, sondern auf einer Körperseite. Während der Jugendentwicklung verändert sich ihre ursprünglich beidseitig symmetrische Gestalt. Beide Augen befinden sich anschließend auf der nach oben gerichteten Augenseite. Meist ist dies die rechte Körperseite; linksäugige Tiere kommen jedoch regelmäßig vor und sind keine eigene Art.

Der Körper ist länglich-oval und weniger rundlich als bei einem Steinbutt. Der relativ kleine Kopf trägt ein kleines, leicht schräg stehendes Maul mit feinen Zähnen. Die dicht beieinanderliegenden Augen stehen etwas hervor. Dadurch kann der Fisch seine Umgebung beobachten, während ein großer Teil des Körpers im Sediment verborgen bleibt. Die Kiemendeckel liegen unmittelbar hinter dem Kopf.

Rücken- und Afterflosse bilden lange Flossensäume entlang der beiden Körperränder. Die Rückenflosse beginnt im Kopfbereich, die Afterflosse weiter hinten hinter der Bauchregion. Beide reichen bis nahe an den Schwanzstiel, bleiben aber von der breiten, am Hinterrand annähernd geraden bis leicht gerundeten Schwanzflosse getrennt. Brust- und Bauchflossen sind vergleichsweise klein. Die langen Flossensäume ermöglichen feine Lagekorrekturen und helfen beim Eingraben.

Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die rauen, knöchernen Höcker besonders entlang der Seitenlinie und an den Ansätzen von Rücken- und Afterflosse. Die übrige Haut besitzt kleine, wenig auffällige Schuppen. Die Seitenlinie verläuft weitgehend gerade und zeigt oberhalb der Brustflosse nur eine schwache Biegung. Die Augenseite ist meist braun, olivbraun oder graubraun, häufig unregelmäßig gefleckt. Rötliche bis orangefarbene Flecken sind möglich. Die Blindseite ist gewöhnlich weißlich; abweichende Pigmentierungen kommen vor.

Die Färbung allein reicht zur Bestimmung nicht aus. Auch eine Flunder kann auffällige orangefarbene Flecken tragen und dadurch einer Scholle ähneln. Die Scholle besitzt jedoch eine überwiegend glattere Körperoberfläche und eine charakteristische Reihe knöcherner Erhebungen am Kopf hinter den Augen. Bei der Kliesche fällt vor allem der deutliche Bogen der Seitenlinie oberhalb der Brustflosse auf. Ihre Oberfläche wirkt durch die rauen Schuppen ebenfalls rau, weshalb dieses Merkmal immer zusammen mit dem Verlauf der Seitenlinie beurteilt werden sollte.

In der Ostsee existiert außerdem die eng verwandte Baltische Flunder (Platichthys solemdali). Sie lässt sich anhand äußerer Merkmale nicht zuverlässig von Platichthys flesus unterscheiden. Die Abgrenzung beruht insbesondere auf genetischen Merkmalen und Unterschieden in der Fortpflanzung. Nicht jede äußerlich typische Flunder aus der Ostsee ist deshalb sicher Platichthys flesus zuzuordnen.

Regional wird die Flunder auch als Butt oder Elbbutt bezeichnet. „Elbbutt“ meint keine eigene Art, sondern Flundern aus dem Elbgebiet. „Butt“ ist dagegen eine ungenaue Sammelbezeichnung, die auch für andere Plattfische verwendet wird.

Wo lebt die Flunder? Lebensraum und Verbreitung

Die Flunder ist eine ursprünglich marine Fischart, die sowohl Brackwasser als auch Süßwasser verträgt. Sie lebt daher nicht ausschließlich im Meer. Besonders typische Lebensräume sind flache Küstenzonen, Ästuare, Förden, Bodden und Unterläufe größerer Flüsse. In durchgängigen Flusssystemen kann sie weit über den unmittelbaren Einfluss von Salzwasser hinaus vordringen.

Für Deutschland sind vor allem Nordsee, Ostsee und die einmündenden Flüsse relevant. In der Elbe oder Weser nutzt sie den Übergang zwischen Meer und Fluss als Nahrungs- und Wanderraum. Ihr Vorkommen innerhalb eines solchen Systems verändert sich mit Abfluss, Temperatur, Sauerstoffversorgung und Nahrungsangebot.

Bevorzugt werden Sand, Schlick und gemischte Sedimente, in denen sich der Fisch teilweise eingraben kann. Entscheidend ist nicht allein die Weichheit des Bodens, sondern dessen Besiedlung mit Beutetieren. Muschelreiche Flächen, sandige Rinnen und Übergänge zwischen verschiedenen Substraten können deshalb besonders attraktiv sein. Dichte Vegetation ist keine Voraussetzung; offene Bodenflächen zwischen Pflanzenbeständen werden ebenfalls genutzt.

Jungfische halten sich häufig in sehr flachen Uferbereichen auf. Größere Tiere nutzen je nach Jahreszeit sowohl flache Nahrungsflächen als auch tiefere Rinnen und küstenfernere Bereiche. Zur Fortpflanzung werden geeignete salzhaltige Meeresgebiete aufgesucht. Die Fähigkeit erwachsener Flundern, im Süßwasser zu leben, bedeutet somit nicht, dass sie sich dort auch erfolgreich vermehren können.

Was frisst die Flunder? Nahrung und Verhalten

Die Flunder frisst vor allem bodenlebende Wirbellose. Dazu gehören Borstenwürmer, kleine Muscheln, Schnecken, Flohkrebse, Garnelen und andere Krebstiere. Größere Exemplare nehmen gelegentlich auch kleine Fische auf. Welche Beute überwiegt, hängt stark von Größe, Aufenthaltsort und Jahreszeit ab.

Junge Flundern nutzen zunächst entsprechend kleine Nahrung, darunter winzige Krebstiere. Mit zunehmender Körpergröße erweitert sich das Spektrum. In einem Wattgebiet können Würmer und kleine Muscheln dominieren, während in einem Flussabschnitt andere bodenlebende Wirbellose wichtiger werden.

Zur Nahrungssuche bewegt sich die Flunder dicht über dem Grund oder unmittelbar auf ihm. Sie nimmt Beute vom Boden auf und kann bewegliche Nahrung mit kurzen Vorstößen ergreifen. Ruhephasen verbringt sie oft teilweise eingegraben. Ihre an den Untergrund angepasste Färbung und eine dünne Sedimentauflage machen sie dabei schwer erkennbar.

Dämmerung und Dunkelheit können die Nahrungssuche begünstigen. Eine ausschließlich nachtaktive Art ist die Flunder jedoch nicht. In trübem Wasser und bei günstigen Strömungsverhältnissen frisst sie auch tagsüber. In Gezeitengebieten beeinflusst die Tide, wann bestimmte Nahrungsflächen erreichbar sind. Mit auflaufendem Wasser können Fische flache Bereiche aufsuchen, die bei Niedrigwasser trockenfallen oder kaum Wasser führen.

Wie groß wird die Flunder? Größe, Gewicht und Alter

Viele beim Küstenangeln gefangene Flundern sind etwa 20–35 cm lang und wiegen einige Hundert Gramm. Fische über 40 cm sind bereits große Exemplare. Länge und Gewicht stehen allerdings nicht in einem festen Verhältnis: Ernährungszustand, Geschlecht und die Entwicklung der Geschlechtsorgane beeinflussen das Gewicht deutlich.

Als dokumentierte Extremwerte werden rund 60 cm Länge und etwa 2,9 kg Gewicht angegeben. Solche Angaben beschreiben außergewöhnliche Tiere und sind keine realistische Durchschnittserwartung. Das höchste veröffentlichte Alter liegt bei etwa 15 Jahren.

Weibchen werden im Allgemeinen größer als Männchen. Auch zwischen Populationen bestehen erhebliche Unterschiede. Nahrungsreiche Aufwuchsgebiete können ein rasches Wachstum ermöglichen, während ungünstige Temperaturen, Nahrungskonkurrenz oder eine geringe Beutedichte das Wachstum begrenzen. Aus der Länge allein lässt sich das Alter einer einzelnen Flunder deshalb nicht zuverlässig ableiten.

Wann laicht die Flunder? Laichzeit, Fortpflanzung und Wachstum

Die Flunder laicht je nach Meeresgebiet vom Winter bis ins Frühjahr; in kälteren Regionen kann sich die Fortpflanzungszeit weiter nach hinten verschieben. Einen einheitlichen Laichmonat für sämtliche Bestände gibt es nicht. Erwachsene Tiere verlassen dafür häufig ihre küstennahen oder flussaufwärts gelegenen Nahrungsgebiete und wandern in geeignete Meeresbereiche.

Platichthys flesus gibt Eier und Spermien ins freie Wasser ab. Die Befruchtung erfolgt außerhalb des Körpers. Die Eier benötigen einen ausreichenden Salzgehalt, um unter den jeweiligen Bedingungen im Wasser schweben zu können. In der Ostsee sind deshalb die salzhaltigeren tieferen Wasserschichten für die Fortpflanzung von besonderer Bedeutung. Dort muss zugleich genügend Sauerstoff für die Entwicklung vorhanden sein.

Die Baltische Flunder verfolgt eine andere Fortpflanzungsstrategie: Ihre Eier entwickeln sich am Grund, wodurch sie auch andere Laichgebiete nutzen kann. Ältere Darstellungen, die beide Fortpflanzungsweisen uneingeschränkt derselben Art zuordnen, berücksichtigen die inzwischen beschriebene Arttrennung nicht.

Nach dem Schlupf leben die Larven zunächst frei im Wasser. Sie besitzen anfangs die für gewöhnliche Fische typische symmetrische Körpergestalt mit jeweils einem Auge auf jeder Seite. Während der Umwandlung zum Jungfisch wandert ein Auge auf die spätere Augenseite. Gleichzeitig verändert sich die Körperhaltung, und die Tiere gehen zur bodengebundenen Lebensweise über.

Flache Küsten- und Mündungsbereiche dienen als wichtige Kinderstuben. Dort finden die Jungfische kleine Beutetiere und geeigneten Bodengrund. Eine Brutpflege oder die Verteidigung eines Laichnestes findet bei der Flunder nicht statt.

Welche Bedeutung hat die Flunder für Angler?

Die Flunder lässt sich vom Strand, von Molen und geeigneten Uferstellen in Flussmündungen sowie vom Boot aus fangen. Sie ist besonders dort interessant, wo gut erreichbare Flachwasserbereiche unmittelbar an Rinnen oder andere strukturierte Nahrungsflächen grenzen. Große Wurfweiten sind dafür nicht grundsätzlich erforderlich.

Die Erfolgsaussichten hängen stärker vom tatsächlichen Aufenthalt der Fische ab als von einem bestimmten Kalendermonat. Nach der Laichzeit nutzen viele Tiere küstennahe Bereiche zur Nahrungsaufnahme. Auch der Herbst kann gute Bedingungen bieten. Während der Laichwanderung können zuvor produktive Uferplätze dagegen zeitweise deutlich weniger Fisch bringen.

Ein Flunderbiss erscheint häufig als kurzes Klopfen, wiederholtes Zupfen oder langsames Durchbiegen der Rutenspitze. Kleine Fische können deutliche Bisse verursachen, während größere Exemplare mitunter überraschend unauffällig aufnehmen. Die Stärke des Bisssignals erlaubt daher keine verlässliche Größenabschätzung.

Welche Angelmethoden eignen sich für Flundern?

Die wichtigste Methode ist das Grundangeln mit Naturködern. Eine beschwerte Montage hält den Köder am oder unmittelbar über dem Boden. Vom offenen Strand wird dafür häufig Brandungsgerät verwendet, während an geschützten Ufern und in strömungsarmen Bereichen deutlich leichteres Gerät ausreichen kann.

Das Blei sollte zur Strömung und zum Untergrund passen. Muss die Montage an einer kleinen, gezielt befischten Stelle liegen bleiben, ist ein sicher haltendes Gewicht sinnvoll. Auf weitgehend hindernisfreiem Sand kann eine kontrolliert versetzende Montage dagegen zusätzliche Fläche absuchen. Unkontrolliertes Rollen, verdrallte Vorfächer und ständig wandernde Köder erschweren jedoch eine saubere Präsentation.

Eine aktive Alternative ist das Angeln mit einem Buttlöffel. Dabei läuft hinter einem beschwerten Lockkörper ein beköderter Haken an einem Nachläufer. Der Lockkörper wird langsam über den Grund gezogen oder in kurzen Abschnitten versetzt. Vom driftenden Boot kann bereits die Drift genügend Bewegung erzeugen; zusätzliche Rutenschläge sind dann oft unnötig.

Auch leichte Kunstköder können Flundern fangen, wenn sie klein und konsequent bodennah geführt werden. Für den gezielten Einstieg bleiben Naturköder jedoch die naheliegendere Wahl, weil sie neben ihrer Bewegung einen deutlichen Geruchsreiz bieten.

Welche Köder fangen Flundern, und wie werden sie angeboten?

Wattwürmer und Seeringelwürmer gehören zu den bewährten Flunderködern. Garnelen, Muschelfleisch und schmale Fischfetzen sind ebenfalls geeignet. Entscheidend sind eine passende Portionsgröße, ein zugänglicher Haken und ein Köder, der auch nach dem Auswerfen noch sauber sitzt.

Würmer werden so aufgezogen, dass sie ausreichend Halt haben und die Hakenspitze frei bleibt. Ein kompakter, länglicher Köder lässt sich mit dem kleinen Maul besser aufnehmen als ein dicker Köderballen. Fischfetzen sollten schmal geschnitten sein und sich bewegen können, ohne den Hakenbogen zu verdecken.

Bei weichen Ködern und kräftigen Würfen kann Ködergarn für Watt- und Seeringelwürmer helfen, die Präsentation zu stabilisieren. Es sollte sparsam eingesetzt werden. Ein fest verschnürtes Bündel verliert Beweglichkeit und lässt sich schlechter aufnehmen.

Beim stationären Angeln reicht häufig die natürliche Bewegung durch Wasser und Strömung. Beim aktiven Angeln sind langsame Züge mit kurzen Pausen sinnvoll. Der Köder soll im Bereich des Grundes bleiben; große Sprünge durch die Wassersäule führen ihn unnötig aus der bevorzugten Fresszone.

Lockperlen oder kleine Spinnerblätter können ergänzende optische Reize setzen. Sie sind aber kein Ersatz für einen frischen Köder und einen passenden Standort. Bleiben Bisse aus, lohnt zunächst die Kontrolle auf abgefressene Würmer, Kraut am Haken oder ein verwickeltes Vorfach.

Welche Ausrüstung ist zum Flunderangeln sinnvoll?

Für offene Strände mit Brandung und größeren Wurfgewichten ist eine Brandungsrute 4,20 m mit 100–250 g Wurfgewicht eine passende Gerätekategorie. Eine dazu passende Rolle benötigt genügend Schnurfassung und eine zuverlässige Schnurverlegung. An ruhigen Hafenbecken oder geschützten Ufern ist eine solche Kombination häufig unnötig schwer; dort genügt eine leichtere Grundrute, sofern sie das tatsächlich benötigte Gesamtgewicht sicher werfen kann.

Bei schweren Brandungsmontagen muss die Schnurführung auch die Belastung beim Wurf berücksichtigen. Eine ausreichend dimensionierte Schlagschnur nimmt die hohen Kraftspitzen auf. Ihre Stärke richtet sich nach Wurfgewicht, Wurftechnik und Materialzustand. Muschelkanten und Steine machen regelmäßige Kontrollen auf Beschädigungen erforderlich.

Ein Plattfischvorfach mit zwei Haken ermöglicht es, zwei Köder anzubieten oder unterschiedliche Köder miteinander zu vergleichen. Bei viel Kraut, Hindernissen oder starker Verwicklungsneigung ist ein einfaches Vorfach mit nur einem Haken oft praktischer. Die Mundschnüre sollten so angeordnet sein, dass sie sich möglichst wenig mit Hauptschnur und Blei überschlagen.

Langschenklige Wurmhaken erleichtern das Anködern. Ihre Größe muss zur Köderportion und zur erwarteten Fischgröße passen; Größenangaben verschiedener Hersteller sind dabei nicht vollständig vergleichbar. Sehr kleine Haken sind nicht automatisch vorteilhaft, weil sie leichter tief geschluckt werden können.

Für aktives Angeln in mäßiger Tiefe und Strömung kann ein Buttlöffel 30–60 g passen. Entscheidend ist, dass Grundkontakt erhalten bleibt. Wird der Lockkörper dauerhaft angehoben oder unkontrolliert fortgetragen, stimmen Gewicht und Bedingungen nicht überein.

Wo stehen Flundern? Hotspots und Fangstrategie

Erfolgversprechende Plätze besitzen häufig einen erkennbaren Übergang: vom flachen Sandfeld zur Rinne, vom Schlick zum festeren Grund oder von ruhigem Wasser zu einer Strömungskante. Solche Bereiche verbinden erreichbare Nahrung mit günstigen Aufenthaltsbedingungen. Eine gleichmäßig strukturlose Fläche kann ebenfalls Fisch enthalten, lässt sich aber schwieriger gezielt befischen.

Am Strand lohnt es sich, Rinnen und Vertiefungen bei niedrigem Wasserstand zu erkennen. Schon die erste Rinne hinter dem Ufersaum kann interessant sein. Wer ausschließlich möglichst weit wirft, überfischt unter Umständen den besten Bereich. Unterschiedliche Entfernungen systematisch abzusuchen liefert meist mehr Erkenntnis als wiederholte Würfe auf dieselbe Distanz.

In Ästuaren bestimmen Tide und Abfluss, wann ein Platz sinnvoll befischbar ist. Eine mäßige Strömung kann Nahrung transportieren und die Fische aktivieren. Wird sie zu stark, kann eine ruhigere Zone unmittelbar daneben geeigneter sein. Eine überall gültige Regel, nach der Flundern nur bei auflaufendem oder nur bei ablaufendem Wasser beißen, gibt es nicht.

An Buhnen, Molen und Hafenstrukturen sind besonders die angrenzenden Sand- und Schlickflächen interessant. Nicht das Bauwerk selbst, sondern seine Wirkung auf Strömung, Sediment und Beuteverteilung macht den Platz attraktiv. Köder unmittelbar in grobe Steinpackungen zu legen, erhöht dagegen häufig nur die Hängergefahr.

Bleibt ein Platz ohne erkennbare Aktivität, sollten zunächst Köderzustand, Grundkontakt und Montage geprüft werden. Anschließend lässt sich die Entfernung oder Position verändern. Nach einem Fang lohnt es sich, denselben Bereich erneut präzise anzufischen: Mehrere Flundern können dieselbe ergiebige Nahrungsfläche nutzen, ohne einen dauerhaft geschlossenen Schwarm zu bilden.

Flunder als Speisefisch – Geschmack, Fleisch und Besonderheiten

Die Flunder ist ein essbarer und traditionell genutzter Speisefisch. Ihr Fleisch ist weiß, eher fettarm und fein strukturiert. Der Geschmack ist meist mild, kann aber mit Herkunft, Nahrung und Frische variieren. Wie ergiebig ein Fisch ist, hängt wesentlich von Größe und Ernährungszustand ab.

Kleinere und mittelgroße Exemplare werden häufig im Ganzen verarbeitet, größere auch filetiert. Beim Plattfisch lassen sich grundsätzlich vier Filetpartien auslösen, jeweils zwei auf Augen- und Blindseite. Das zentrale Skelett bleibt dabei zurück; sorgfältig ausgelöste Filets können weitgehend grätenfrei sein.

Nach der Fortpflanzung können erwachsene Tiere deutlich an Körperkondition verloren haben. Ein langer Fisch liefert daher nicht zwangsläufig viel Fleisch. Neben dem Braten und Garen im Ofen ist regional auch das Räuchern gebräuchlich. Wegen des eher geringen Fettgehalts kann das Fleisch bei zu langer oder zu heißer Zubereitung trocken werden.

Naturschutz und ökologische Rolle

Die Flunder verbindet als Nahrungskonsument den Gewässerboden mit höheren Ebenen des Nahrungsnetzes. Sie frisst Würmer, Muscheln und Krebstiere und wird selbst von größeren Raubfischen, fischfressenden Vögeln und Meeressäugern erbeutet. Besonders Jungfische sind ein Bestandteil küstennaher Nahrungsketten.

Flache Uferzonen und Ästuare erfüllen wichtige Funktionen als Aufwuchs- und Nahrungsräume. Veränderungen dieser Bereiche können den Bestand beeinflussen, auch wenn erwachsene Flundern unterschiedliche Salzgehalte vertragen. Salzgehaltstoleranz bedeutet keine Unempfindlichkeit gegenüber Sauerstoffmangel, Schadstoffen oder dem Verlust geeigneter Bodenlebensräume.

In Flüssen können Querbauwerke die erreichbaren Lebensräume einschränken. An Küsten verändern Ausbaggerungen, Sedimentumlagerungen und der Verlust flacher Randbereiche die Verteilung geeigneter Aufenthaltsorte. Für die Fortpflanzung in der Ostsee ist zusätzlich entscheidend, ob ausreichend salzhaltiges und zugleich sauerstoffreiches Wasser verfügbar ist.

Die weite Verbreitung der Flunder darf deshalb nicht mit überall stabilen Beständen gleichgesetzt werden. Aussagekräftig sind regionale Betrachtungen, die Fortpflanzung, Nachwuchs und Lebensraumqualität gemeinsam berücksichtigen. Der Erhalt durchgängiger Wanderwege, produktiver Flachwasserbereiche und sauerstoffreicher Lebensräume sichert die Voraussetzungen dafür, dass die Art Küste und Fluss weiterhin nutzen kann.