Hering – ein silberner Schwarmfisch auf Wanderschaft zwischen Meer und Küste
Der Hering, wissenschaftlich Clupea harengus, ist ein pelagischer Schwarmfisch des Nordatlantiks und gehört zu den ökologisch wie wirtschaftlich bedeutendsten Meeresfischen Europas. In Deutschland ist er vor allem aus Nordsee und Ostsee bekannt. Während eines großen Teils des Jahres ziehen die Schwärme durch offene Nahrungsgebiete. Zu bestimmten Zeiten konzentrieren sie sich jedoch in Küstengewässern, Förden, Bodden, Hafenbecken und anderen geschützten Bereichen. Diese Wanderungen schaffen die klassischen Phasen, in denen sich der Hering gezielt angeln lässt.
Erfolgreiches Hering angeln hängt weniger von einem besonders aufwendigen Köder als vom Auffinden des Schwarms ab. Heringe wechseln ihre Tiefe abhängig von Licht, Temperatur, Strömung, Sauerstoffgehalt und Nahrungsverteilung. Ein Platz kann deshalb innerhalb kurzer Zeit von zahlreichen Fischen durchzogen werden und anschließend vollständig leer erscheinen. Wer die aktuelle Lauftiefe erkennt und seine Montage kontrolliert darin führt, hat meist einen deutlichen Vorteil.
Merkmale und Bestimmung
Der Hering besitzt einen schlanken, seitlich abgeflachten und für das dauerhafte Schwimmen im offenen Wasser optimierten Körper. Erwachsene Exemplare messen häufig etwa 20 bis 30 Zentimeter, können unter günstigen Bedingungen aber annähernd 40 Zentimeter erreichen. Ostseeheringe bleiben aufgrund der dortigen Umwelt- und Nahrungsbedingungen vielerorts kleiner als Heringe aus salzreicheren Teilen des Nordatlantiks.
Der Rücken schimmert blaugrau, blaugrün oder dunkelgrün, während Flanken und Bauch silbrig bis weiß erscheinen. Eine auffällige Fleckenzeichnung fehlt. Die großen, dünnen Rundschuppen sitzen vergleichsweise locker und lösen sich bei Berührung leicht ab. An der Flanke ist keine deutlich gezeichnete Seitenlinie erkennbar. Der Kopf ist mäßig lang, die Augen sind relativ groß und die unterständige Wirkung des Mauls entsteht durch den leicht vorspringenden Unterkiefer. Das Maul selbst ist endständig und für die Aufnahme kleiner Organismen aus der Wassersäule geeignet.
Der Hering besitzt eine einzelne Rückenflosse ungefähr in der Körpermitte, wobei ihr Ansatz etwas vor dem Ansatz der Bauchflossen liegt. Die Afterflosse befindet sich weit hinten, die Brustflossen sitzen tief an den Körperseiten und die Schwanzflosse ist deutlich gegabelt. Vom ähnlichen Sprott lässt sich der Hering unter anderem durch seinen schlankeren Körper, das größere Auge, den stärker hervortretenden Unterkiefer und die stumpfere Bauchkante unterscheiden. Die Sprotte besitzt dagegen einen deutlich schärferen, beim Darüberstreichen rau wirkenden Bauchkiel. Diese Merkmale werden auch in der Bestimmungshilfe der irischen Sea-Fisheries Protection Authority beschrieben.
Lebensraum und Verbreitung
Der Hering bewohnt beide Seiten des Nordatlantiks. Sein europäisches Verbreitungsgebiet reicht von der nördlichen Biskaya über die Gewässer um die Britischen Inseln, die Nordsee und die Norwegische See bis in die Barentssee. Auch in der Ostsee ist Clupea harengus weit verbreitet und bildet dort an die besonderen Brackwasserbedingungen angepasste Bestände. Diese Bestände unterscheiden sich unter anderem in Wachstum, Wanderungsverhalten und Laichzeit, gehören aber derselben Fischart an.
Als pelagische Art hält sich der Hering überwiegend in der freien Wassersäule über Küsten- und Schelfgebieten auf. Er kann von oberflächennahen Bereichen bis in Tiefen von ungefähr 200 Metern vorkommen, wobei seine tatsächliche Position durch Nahrung, Licht, Temperatur, Salzgehalt und Sauerstoffangebot bestimmt wird. Außerhalb der Laichzeit stehen größere Schwärme häufig weiter von der unmittelbaren Küste entfernt. Das Artenprofil des Marine Life Information Network beschreibt den Hering entsprechend als pelagischen Fisch der Oberflächengewässer bis etwa 200 Meter Tiefe.
Der Hering bewohnt keinen dauerhaft festen Standplatz. Schwärme wandern zwischen Nahrungsgebieten, Überwinterungsräumen und bestandsspezifischen Laichplätzen. In Küstengewässern sind Strömungskanten, Temperaturgrenzen und Übergänge zwischen unterschiedlich salzhaltigen Wasserkörpern besonders wichtig. Während der Fortpflanzungszeit gewinnen außerdem geeignete Laichgründe mit Steinen, Kies, Muschelschalen, Algen oder Unterwasserpflanzen an Bedeutung.
Nahrung und Verhalten
Heringe ernähren sich hauptsächlich von kleinen Organismen der Wassersäule. Ruderfußkrebse, Krill, Flohkrebse, Schwebgarnelen und andere planktonische Krebstiere bilden einen wesentlichen Teil der Nahrung. Hinzu kommen Fischlarven und je nach Größe des Herings auch sehr kleine Jungfische. Welche Beute dominiert, hängt von Jahreszeit, Region, Körpergröße und lokalem Nahrungsangebot ab.
Bei hoher Planktondichte können Heringe Wasser durch ihre Kiemenreusen filtern und dabei zahlreiche kleine Organismen aufnehmen. Größere oder einzeln erkennbare Beutetiere werden dagegen gezielt gepackt. Der Schwarm bewegt sich dabei koordiniert durch ergiebige Nahrungsschichten. Diese flexible Verbindung aus Filtration und gezielter Nahrungsaufnahme ermöglicht es dem Hering, sehr unterschiedliche Beutesituationen auszunutzen.
Die Schwärme führen sowohl horizontale Wanderungen als auch tägliche Tiefenwechsel aus. Häufig verlagert sich die Nahrungssuche bei abnehmendem Licht in höhere Wasserschichten, während die Fische bei hellem Tageslicht tiefer stehen können. Dieses Muster ist jedoch keine starre Regel. Trübung, Bewölkung, Strömung und die aktuelle Planktonverteilung können dazu führen, dass Heringe auch tagsüber oberflächennah oder während der Dämmerung ungewöhnlich tief ziehen. Beobachtungen von Möwen, Raubfischen, Oberflächenbewegungen und Echolotanzeigen sind deshalb aussagekräftiger als eine pauschale Uhrzeit.
Fortpflanzung und Wachstum
Beim Hering existieren räumlich getrennte Bestände mit unterschiedlichen Laichzeiten. Je nach Herkunft treten Frühjahrs-, Herbst- und teilweise Winterlaicher auf. Diese Unterschiede sind biologisch bedeutsam, weil sich die Bestände nicht nur zeitlich, sondern auch bei der Wahl ihrer Laichplätze und Wanderrouten unterscheiden können. Ein allgemeingültiger Laichmonat für sämtliche Heringe lässt sich daher nicht angeben.
Zur Fortpflanzung ziehen geschlechtsreife Tiere in geeignete Gebiete mit festem oder bewachsenem Untergrund. Weibchen geben zahlreiche klebrige Eier ab, die nach der äußeren Befruchtung an Kies, Steinen, Muschelschalen, Algen oder Wasserpflanzen haften. Anders als die frei treibenden Eier vieler anderer pelagischer Fischarten bleiben Heringseier damit am Untergrund. Die Entwicklungsdauer hängt wesentlich von der Wassertemperatur ab. Nach dem Schlupf leben die zunächst sehr schlanken Larven pelagisch und ernähren sich von besonders kleinen Planktonorganismen.
Geschlechtsreif werden Heringe abhängig von Bestand und Wachstumsbedingungen meist nach mehreren Jahren. In produktiven Gebieten wachsen sie schneller als in nahrungsärmeren oder salzarmen Wasserkörpern. Viele Tiere erreichen ein Alter von deutlich mehr als zehn Jahren, auch wenn ein großer Teil eines Jahrgangs vorher durch natürliche Fressfeinde oder Fischerei verloren geht. NOAA Fisheries nennt für den nordwestatlantischen Hering eine mögliche Lebensdauer von etwa 15 Jahren und eine Geschlechtsreife um das vierte Lebensjahr.
Bedeutung für Angler
Für Angler ist der Hering ein vergleichsweise leicht zugänglicher Meeresfisch, sobald seine Schwärme in erreichbare Küstenbereiche ziehen. Dann können Hafenbecken, Molen, Förden und schmale Gewässerabschnitte innerhalb kurzer Zeit sehr gute Fänge ermöglichen. Außerhalb dieser Phasen hilft selbst die beste Montage wenig, wenn sich kein Schwarm in Reichweite befindet.
Das Heringsangeln vermittelt unmittelbar, wie wichtig Tiefenkontrolle und systematisches Absuchen der Wassersäule sind. Die ersten Kontakte erfolgen häufig nur in einem engen Tiefenfenster. Wird diese Tiefe nach dem Biss beibehalten, folgen oft weitere Fische. Sinkt die Montage dagegen unkontrolliert unter den Schwarm oder wird oberhalb davon geführt, bleiben die Haken trotz anwesender Heringe leer.
Heringe besitzen ein relativ weiches Maul. Harte Anhiebe und eine zu steife Gerätekombination erhöhen deshalb die Gefahr, dass der Haken ausschlitzt. Eine gleichmäßige Führung, ein kontrollierter Drill und dauerhaft leichter Schnurzug sind wichtiger als Kraft. Gerade für Einsteiger ist das Heringsangeln gut geeignet, weil Bisse deutlich erkennbar sind und sich die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Schwarm, Tiefe und Köderführung schnell nachvollziehen lassen.
Angelmethoden
Die verbreitetste Methode ist das Angeln mit einem Heringspaternoster. Mehrere kleine Haken mit glänzenden, farbigen oder federartigen Reizen werden über einem Endgewicht angeboten. Vom Boot oder einer hohen Kaimauer kann die Montage senkrecht geführt werden. Von Molen, Ufern und flacheren Hafenbereichen wird sie ausgeworfen, auf die gewünschte Tiefe abgesenkt und anschließend schräg durch die Wassersäule geführt.
Die Bewegung sollte ruhig und gleichmäßig bleiben. Kurze Hebebewegungen der Rutenspitze lassen die einzelnen Haken leicht aufsteigen, während sie in der anschließenden Pause wieder absinken. Übertriebene Schläge erzeugen eine unnatürliche Bewegung, fördern Verwicklungen und können vorsichtig beißende Fische abschrecken. Häufig genügt es, die Montage langsam anzuheben, kurz zu halten und anschließend kontrolliert abzulassen.
Nach dem ersten Kontakt kann ein kurzer Moment gleichmäßiger Spannung dazu führen, dass weitere Heringe des Schwarms an anderen Haken einsteigen. Langes Warten ist jedoch nicht sinnvoll, weil mehrere Fische die Montage stark belasten und gegeneinander arbeiten. Beim Einholen sollte ohne Unterbrechung gekurbelt werden. Ein harter Anhieb ist nicht erforderlich; das Gewicht des Fisches und die gespannte Schnur setzen den kleinen Haken meist ausreichend.
Köder und Köderführung
Ein Heringspaternoster Hakengröße 4 eignet sich vor allem für größere Heringe und Situationen, in denen ein kräftiger sichtbarer Reiz gewünscht ist. In klarem Wasser, bei kleinen Fischen oder zurückhaltenden Bissen kann ein Feines Heringspaternoster Hakengröße 6–8 die passendere Wahl sein. Die kleineren Haken wirken unauffälliger und entsprechen eher der Größe vieler natürlicher Beutetiere.
Silberne, weiße und perlmuttartige Materialien imitieren Lichtreflexe kleiner Krebstiere oder Fischlarven. Bei trübem Wasser können rote, grüne oder stärker kontrastierende Elemente besser wahrgenommen werden. Die Farbe ist dennoch selten der alleinige Erfolgsfaktor. Meist entscheiden Schwarmkontakt, richtige Tiefe und eine kontrollierte Bewegung darüber, ob Heringe reagieren.
Als Endgewicht ermöglicht ein Heringsblei 20–40 g ein zügiges, weitgehend verwicklungsfreies Absinken. Das Gewicht sollte so leicht wie möglich, aber so schwer wie für Strömung, Tiefe und Wurfweite erforderlich gewählt werden. Ein Mini-Pilker 15–30 g kann ebenfalls als Abschluss der Montage dienen und einen zusätzlichen optischen Reiz setzen. Die gesamte Kombination darf dennoch nicht überladen wirken, weil ein unruhig taumelndes System schwieriger zu kontrollieren ist.
Geräteempfehlung
Eine Leichte Meeresrute 2,70–3,00 m mit 20–60 g Wurfgewicht deckt die meisten Situationen an Hafen, Mole und geschützter Küste ab. Die Länge unterstützt weite Würfe und erleichtert es, das Paternoster beim Landen von Hindernissen fernzuhalten. Gleichzeitig sollte die Spitze sensibel genug sein, um erste Kontakte und Veränderungen im Lauf der Montage zu erkennen.
Eine Stationärrolle Größe 3000–4000 bietet ausreichend Schnurfassung und passt vom Gewicht gut zu einer leichten Küstenrute. Als Hauptschnur federt eine Monofile Angelschnur 0,20 mm Fluchten und Kopfschläge ab, was bei kleinen Haken und dem weichen Maul des Herings von Vorteil ist. In sehr klarem Wasser kann ein Fluorocarbon-Vorfach 0,25 mm als unauffällige Verbindung zwischen Hauptschnur und Paternoster eingesetzt werden.
Kleine Karabinerwirbel erleichtern den Wechsel zwischen verschiedenen Paternostern und Endgewichten. Sie sollten kompakt und tragfähig sein, ohne die Montage unnötig zu beschweren. Entscheidend bleibt eine ausgewogene Zusammenstellung, bei der Rute, Schnur und Gewicht genügend Rückmeldung liefern, aber die Bewegungen gehakter Heringe elastisch abfangen.
Hotspots und Fangstrategie
Erfolgversprechende Stellen entstehen dort, wo wandernde Schwärme räumlich gebündelt werden. Dazu gehören Förden, Bodden, Hafenbecken, Strömungsrinnen, Hafeneinfahrten und Übergänge zwischen flachen Küstenbereichen und tieferem Wasser. An der deutschen Ostseeküste sind unter anderem geschützte Hafenbereiche und Förden in Schleswig-Holstein sowie die Küstengewässer um Wismar, Rostock, Stralsund und Rügen bekannte Heringsregionen. Auch an der Nordseeküste und in tidebeeinflussten Mündungsgebieten können Heringe zeitweise in anglerisch erreichbarer Entfernung auftreten.
Die räumliche Position eines Schwarms kann sich innerhalb weniger Minuten verändern. Angler sollten deshalb nicht dauerhaft dieselbe Tiefe befischen, wenn keine Kontakte erfolgen. Nach dem Auswerfen wird die Montage zunächst kontrolliert abgesenkt. Anschließend lassen sich verschiedene Tiefen nacheinander prüfen, indem die Absinkzeit verändert oder die Montage nach mehreren Führungsbewegungen stufenweise höher eingeholt wird. Sobald ein Biss erfolgt, sollte die erfolgreiche Tiefe möglichst genau beibehalten werden.
Im Frühjahr ziehen bestimmte Bestände zum Laichen in küstennahe Bereiche, wodurch vielerorts die bekannteste Angelsaison entsteht. Andere Bestände können im Herbst oder Winter auftreten. Wassertemperatur, Windrichtung und Strömung verschieben den zeitlichen Ablauf von Jahr zu Jahr. Sichtbare Schwarmbewegungen, jagende Möwen, plötzlich auftretende Fischkontakte und Echolotanzeigen liefern daher die zuverlässigere Entscheidungsgrundlage. Bleiben diese Hinweise aus, ist ein Platzwechsel meist sinnvoller als ein ständiger Wechsel der Paternosterfarbe.
Kulinarische Bedeutung
Der Hering besitzt ein aromatisches, vergleichsweise fettreiches Fleisch. Der Fettgehalt schwankt deutlich mit Jahreszeit, Nahrungsangebot und Fortpflanzungszustand. Vor der Laichzeit können gut genährte Heringe besonders fettreich sein, während Tiere nach dem Ablaichen häufig magerer sind. Das Fleisch liefert hochwertiges Eiweiß sowie langkettige Omega-3-Fettsäuren und ist außerdem eine natürliche Quelle für Vitamin B12 und Vitamin D.
Frischer Hering kann gebraten, gegrillt, geräuchert, gesalzen oder sauer eingelegt werden. Aufgrund seines Fettgehalts und der hohen Enzymaktivität verliert er jedoch schnell an Qualität. Ein zügiges Versorgen und Kühlen ist deshalb entscheidend für Geschmack und Konsistenz. Der Begriff Matjes bezeichnet keine eigene Fischart, sondern eine traditionelle Verarbeitung aus fettreichen Heringen, die vor dem Laichen gefangen und mild gesalzen werden. „Jungfräulich“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Tiere in der betreffenden Saison noch keine Milch oder keinen Rogen ausgebildet beziehungsweise abgegeben haben.
Naturschutz und ökologische Rolle
Der Hering verbindet als Planktonfresser die Produktion kleiner Krebstiere mit höheren Ebenen des marinen Nahrungsnetzes. Jungfische und erwachsene Heringe dienen zahlreichen Raubfischen, Seevögeln und Meeressäugern als Nahrung. Auch die am Untergrund haftenden Eier werden von Fischen und wirbellosen Tieren gefressen. Veränderungen der Heringsbestände wirken sich deshalb weit über die Art selbst hinaus aus.
Eine pauschale Aussage zum Zustand „des Heringsbestandes“ wäre fachlich falsch. Clupea harengus bildet zahlreiche getrennt bewertete Bestände, deren Entwicklung deutlich voneinander abweichen kann. Der Internationale Rat für Meeresforschung führt deshalb unter anderem den Nordsee-Herbstlaicher, den westlichen Ostsee-Frühjahrslaicher und mehrere Bestände der zentralen und nördlichen Ostsee getrennt. Diese Differenzierung ist in den aktuellen Bestandsbewertungen des International Council for the Exploration of the Sea nachvollziehbar.
Neben der Fischerei beeinflussen Veränderungen der Wassertemperatur, des Planktonangebots und der Küstenlebensräume die Fortpflanzung und das Wachstum. Besonders empfindlich sind Laichgebiete, wenn geeignete Unterwasserpflanzen, Algenbestände oder feste Substrate verloren gehen. Sauerstoffarme Wasserschichten können zusätzlich nutzbare Nahrungs- und Aufenthaltsräume einschränken. Der Schutz funktionsfähiger Küstenhabitate und eine an den jeweiligen Bestand angepasste Nutzung sind deshalb wesentliche Voraussetzungen dafür, dass der Hering seine zentrale ökologische Rolle langfristig erfüllen kann.