Scholle – Plattfisch zwischen Watt und offenem Meer
Die Scholle (Pleuronectes platessa) ist ein bodenlebender Plattfisch des Nordostatlantiks und gehört zu den charakteristischen Fischarten der Nordsee. Ihre orangefarbenen bis rötlichen Flecken, die flache Körperform und die beiden Augen auf der rechten Körperseite machen sie unverwechselbar, wenn man die entscheidenden Merkmale kennt. Für Angler sind vor allem ihre Wanderungen zwischen küstennahen Nahrungsflächen und weiter draußen gelegenen Aufenthaltsgebieten interessant.
Wie sieht die Scholle aus? Merkmale und Bestimmung
Die Scholle gehört zur Gattung Pleuronectes innerhalb der Familie der Schollen, wissenschaftlich Pleuronectidae. Ihr Körper ist seitlich stark abgeflacht und im Umriss oval. Am Meeresboden liegt sie gewöhnlich auf der linken Körperseite. Die nach oben gerichtete rechte Seite trägt beide Augen und wird deshalb Augenseite genannt; die untere heißt Blindseite.
Der Kopf ist vergleichsweise klein, die Schnauze etwas vorspringend. Das kleine, annähernd endständige Maul reicht kaum bis unter den vorderen Augenrand. Die schneidezahnartigen Zähne sind auf der Blindseite stärker entwickelt. Beide Augen stehen dicht beieinander, wobei das untere etwas weiter vorn liegt. Besonders wichtig für die Bestimmung ist eine Reihe von meist vier bis sieben knöchernen Höckern, die sich vom Bereich zwischen den Augen nach hinten bis zum oberen Kiemendeckelbereich zieht.
Die Rückenflosse beginnt ungefähr über dem Auge und folgt fast dem gesamten oberen Körperrand. Die Afterflosse bildet auf der gegenüberliegenden Seite einen ähnlich langen Flossensaum. Beide bleiben von der breiten, leicht gerundeten bis annähernd rautenförmigen Schwanzflosse getrennt. Brust- und Bauchflossen sind auf beiden Körperseiten vorhanden. Die Seitenlinie verläuft weitgehend gerade und beschreibt oberhalb der Brustflosse nur einen schwachen Bogen.
Die Augenseite ist braun, graubraun oder olivbraun und trägt auffällige orangefarbene bis rote Flecken. Die Grundfärbung kann sich dem Untergrund anpassen. Die Blindseite ist normalerweise weißlich, gelegentlich mit dunklen Pigmentstellen. Kleine, überwiegend in die Haut eingebettete Schuppen lassen die Körperoberfläche vergleichsweise glatt wirken.
Die roten Flecken allein reichen zur sicheren Unterscheidung von einer Flunder nicht aus: Auch Flundern können rötlich gezeichnet sein. Bei ihnen fühlen sich insbesondere die Bereiche entlang der Seitenlinie und der Flossenansätze durch knöcherne Hautbildungen rau an. Die Kliesche besitzt dagegen einen deutlich ausgeprägteren Bogen der Seitenlinie über der Brustflosse und eine beim Streichen gegen die Schuppenrichtung spürbar raue Oberfläche. Bei der Scholle ist die Kombination aus glatter Körperfläche, schwach gebogener Seitenlinie und knöcherner Höckerreihe am Kopf entscheidend.
Wo lebt die Scholle? Lebensraum und Verbreitung
Die Scholle ist ein Meeresfisch, der auch Brackwasser verträgt. Sie kommt deshalb sowohl im salzreichen Wasser der Nordsee als auch in der weniger salzigen Ostsee vor. Ein typischer Süßwasserfisch ist sie nicht. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Nordostatlantik von nordeuropäischen Gewässern bis zur Iberischen Halbinsel; wichtige Vorkommen liegen in Nordsee, Skagerrak, Kattegat und westlicher Ostsee.
Besonders häufig besiedelt sie Tiefen zwischen etwa 10 und 50 Metern, insgesamt reicht ihr Lebensraum vom unmittelbaren Flachwasser bis ungefähr 200 Meter Tiefe. Jungschollen nutzen flache, sandige Küstenbereiche und das Wattenmeer als Aufwuchsgebiete. Größere Tiere halten sich zunehmend weiter draußen auf.
Geeignet sind vor allem Sandböden und Mischgründe mit Schlamm, Kies oder Muschelschill. Entscheidend sind ein erreichbares Nahrungsangebot und Bodenflächen, auf denen sich die Tiere ablegen oder eingraben können. Auch Sandfelder zwischen steinigeren Bereichen kommen infrage. Dichte Unterwasservegetation ist keine Voraussetzung für ihr Vorkommen.
Die Aufenthaltsorte verändern sich mit Lebensalter, Jahreszeit und örtlichen Bedingungen. Ein im Frühjahr ergiebiger Küstenabschnitt muss deshalb im Hochsommer nicht dieselbe Bedeutung haben. Auch Sauerstoffmangel am Boden kann ansonsten geeignete Nahrungsflächen vorübergehend unbrauchbar machen.
Was frisst die Scholle? Nahrung und Verhalten
Schollen fressen überwiegend bodenlebende Wirbellose. Besonders wichtig sind Borstenwürmer und kleine beziehungsweise dünnschalige Muscheln. Hinzu kommen Schnecken, Krebstiere und weitere erreichbare Bodentiere. Die Zusammensetzung der Nahrung hängt von Fischgröße, Lebensraum und örtlichem Angebot ab.
Bei der Nahrungssuche wechseln Ruhephasen mit aktiver Fortbewegung über den Grund. Die Tiere nehmen Beute von der Bodenoberfläche auf oder erfassen zugängliche Teile eingegrabener Organismen. Ihr kleines Maul begrenzt die Größe der Nahrung, weshalb ein kompakter, gut aufnehmbarer Angelköder meist sinnvoller ist als ein voluminöses Köderbündel.
Schollen sind nicht grundsätzlich Dämmerungs- oder Nachtfische. Auch bei Tageslicht suchen sie Nahrung und lassen sich gezielt fangen. An Gezeitenküsten beeinflusst der Wasserstand, wann bestimmte Fraßflächen zugänglich sind. Die Aussage „nachts wandern“ ist außerdem nicht gleichbedeutend mit „ausschließlich nachts fressen“.
Zum Ruhen können sich Schollen durch Körper- und Flossenbewegungen teilweise mit Sediment bedecken. Dabei bleiben die Augen frei. Ihre Tarnung beruht somit sowohl auf der angepassten Färbung als auch auf dem Eingraben.
Wie groß wird die Scholle? Größe, Gewicht und Alter
Schollen von etwa 30 bis 45 Zentimetern sind eine realistische Größenordnung für viele Küstenfänge. Tiere über 50 Zentimeter sind bereits große Exemplare. Das Gewicht liegt bei üblichen Fanggrößen häufig bei einigen Hundert Gramm; kräftige größere Fische können mehr als ein Kilogramm wiegen. Länge und Gewicht stehen allerdings nicht in einem festen Verhältnis: Ernährungszustand und Laichzyklus beeinflussen die Körpermasse erheblich.
Als außergewöhnliche Höchstwerte werden in biologischen Artendatenbanken ungefähr ein Meter Länge, sieben Kilogramm Gewicht und ein Alter von bis zu 50 Jahren angegeben. Diese Angaben beschreiben seltene Extremwerte und keinen gewöhnlichen Fang. Sie sind auch nicht als gemeinsame Messwerte eines einzelnen Rekordfisches zu verstehen.
Weibchen wachsen im Allgemeinen größer als Männchen und können ein höheres Alter erreichen. Wie schnell eine Scholle wächst, hängt unter anderem von Temperatur, Nahrungsangebot, Bestandsdichte und Region ab. Aus der Körperlänge lässt sich deshalb kein verlässliches Alter ablesen. Eine große Scholle muss nicht überall gleich alt sein, und ein kleiner Fisch ist nicht zwangsläufig ein Jungtier.
Wann laicht die Scholle? Fortpflanzung und Wachstum
Die Scholle laicht überwiegend im Winter und frühen Frühjahr. In vielen Nordseegebieten liegt die Hauptlaichzeit zwischen Januar und März; regional kann sich der Zeitraum verschieben. Eine allgemeine Einordnung als Frühjahrs- oder Sommerlaicher wäre daher unzutreffend
Geschlechtsreife Tiere suchen Laichgebiete auf, die von ihren sommerlichen Nahrungsgebieten getrennt sein können. Die Befruchtung erfolgt außerhalb des Körpers. Die Eier werden ins Wasser abgegeben und entwickeln sich frei schwebend. Schollen bauen keine Nester und betreiben keine Brutpflege. Je nach Größe und Zustand kann ein Weibchen viele Zehntausend bis mehrere Hunderttausend Eier erzeugen.
Die Larven sehen zunächst noch nicht wie kleine erwachsene Schollen aus. Sie schwimmen aufrecht und besitzen auf jeder Kopfseite ein Auge. Erst während der Umwandlung zum Plattfisch wandert das linke Auge auf die rechte Seite. Gleichzeitig verändert sich die Körperhaltung, und die Jungfische gehen zum Bodenleben über. Strömungen transportieren die frühen Entwicklungsstadien in Richtung geeigneter Aufwuchsgebiete; an Gezeitenküsten unterstützt ihr Verhalten in der Wassersäule diesen Transport.
Männchen werden im Allgemeinen früher geschlechtsreif als Weibchen. Der genaue Zeitpunkt unterscheidet sich zwischen Beständen und hängt auch vom Wachstum ab. Geschlechtsreife ist daher weder an eine überall gleiche Körperlänge noch an ein einheitliches Lebensalter gebunden.
Welche Bedeutung hat die Scholle für Angler?
Schollen lassen sich vom Strand, von geeigneten Molen und vom Boot aus fangen. Wer sie gezielt beangeln möchte, muss vor allem passende Bodenflächen erreichen. Ein beliebiger Küstenplatz liefert nicht automatisch Schollen, selbst wenn dort regelmäßig andere Plattfische gefangen werden.
Frühjahr und Sommer können gute Möglichkeiten bieten, wenn die Tiere küstennahe Nahrungsgebiete nutzen. Die örtliche Verteilung ist jedoch wichtiger als eine pauschale Monatsangabe. Küstenform, Wassertiefe und saisonale Wanderungen bestimmen, ob aussichtsreiche Plätze vom Ufer erreichbar sind oder eine Bootsausfahrt sinnvoller ist.
Der praktische Reiz liegt in der gezielten Platzwahl und Köderpräsentation. Schon kleine Unterschiede bei Wurfweite, Driftbahn oder Bodenbeschaffenheit können darüber entscheiden, ob eine Montage auf einer genutzten Fraßfläche liegt oder knapp daneben.
Welche Angelmethoden eignen sich für Schollen?
Beim Brandungsangeln werden Naturköder an einer Grundmontage auf geeigneten Sand- oder Mischgrund geworfen. Das Gewicht soll die Montage ausreichend kontrollierbar halten. Vollständiges Festliegen ist nicht immer erforderlich: Auf sauberem Grund kann eine langsam versetzende Montage zusätzliche Fläche absuchen. Bei starkem seitlichem Zug, Hindernissen oder dicht nebeneinander liegenden Ruten ist eine stabilere Präsentation zweckmäßiger.
Ein Plattfischvorfach mit zwei Haken ermöglicht es, zwei Köder gleichzeitig anzubieten. Die Seitenarme müssen so angeordnet sein, dass sie sich beim Wurf und unter Wasser möglichst wenig umeinander schlagen. Für die bodennahe Präsentation zählt die Lage der gesamten Montage unter Strömungsdruck, nicht allein die Position eines Hakens am trocken gehaltenen Vorfach.
Vom driftenden Boot lassen sich größere Nahrungsflächen systematisch absuchen. Die Montage wird am Grund oder unmittelbar darüber geführt. Driftet das Boot zu schnell, steigt der Köder aus dem relevanten Bereich oder wird unkontrolliert über den Boden gezogen. Dann sind eine andere Driftbahn, eine Driftbremse oder eine angepasste Beschwerung sinnvoll.
Aktives Angeln mit einem Buttlöffel kommt vor allem auf überschaubaren Tiefen und bei beherrschbarer Strömung infrage. Der Metallkörper bewegt sich über den Grund; der beköderte Haken folgt an einem Nachläufer. Kurze Bewegungen und Pausen sind zweckmäßiger als eine schnelle Führung im freien Wasser.
Welche Köder fangen Schollen? Köderwahl und Führung
Wattwürmer und Seeringelwürmer gehören zu den bewährten Naturködern. Auch Muschelfleisch und Garnelen können geeignet sein. Entscheidend sind Frische, Haltbarkeit und eine Köderportion, die sich leicht aufnehmen lässt. Die Hakenspitze sollte frei bleiben.
Lange Würmer müssen nicht als dicker Knäuel auf dem Haken sitzen. Eine schlanke Präsentation lässt sich besser einsaugen und verdeckt den Hakenbogen weniger. Ködergarn für Watt- und Seeringelwürmer kann weiche Köder beim kräftigen Wurf stabilisieren. Zu viel Garn macht aus einem beweglichen Köder jedoch ein unnötig festes Paket.
Perlen und kleine Spinnerblätter können optische Reize ergänzen. Ihr Nutzen hängt von Sichtverhältnissen, Bewegung und der gesamten Montage ab. Eine bestimmte Farbe ist kein verlässlicher Fanggarant. Zusätzliche Lockelemente sollten weder den Haken blockieren noch den Naturköder dauerhaft weit vom Boden anheben.
Beim aktiven Fischen wird der Köder langsam versetzt und anschließend wieder beruhigt angeboten. Beim Ansitz lohnt eine Kontrolle, wenn Bisse ausbleiben: Strömung, Krabben oder kleine Fische können den Haken längst geleert haben. Langes Warten mit einem ausgelaugten oder fehlenden Köder bringt keinen Vorteil.
Welche Geräteempfehlung ist für Schollen sinnvoll?
Das Gerät richtet sich vor allem nach Wurfgewicht, Strömung und Angelplatz. Für weite Würfe vom offenen Strand ist eine Brandungsrute 4,20 m mit 100–250 g Wurfgewicht eine mögliche Kombination. Sie bietet genügend Länge für die Schnurführung über den Uferbereich und Reserven für schwerere Montagen. Zum tatsächlichen Wurfgewicht gehören neben dem Grundgewicht auch Vorfach und Köder.
Eine passende Weitwurfrolle und monofile Hauptschnur um 0,35 Millimeter ergeben ein gutmütiges Brandungsgerät. Für kraftvolle Würfe braucht die Montage eine ausreichend tragfähige Schlagschnur. Deren Stärke muss zum Gesamtgewicht, zur Wurftechnik und zur Knotenfestigkeit passen; eine einzelne Durchmesserangabe ersetzt diese Abstimmung nicht.
Vom Boot kann das Gerät deutlich kürzer und bei geringer Strömung leichter ausfallen. Eine sensible Spitze erleichtert es, Grundkontakt und vorsichtige Bisse zu erkennen. Dünne geflochtene Hauptschnur reduziert den Strömungsdruck, während ein monofiles Vorfach Abriebreserve und etwas Puffer bietet.
Langschenklige Wurmhaken in Größen etwa zwischen 2 und 6 sind für viele Köderportionen geeignet. Die Größenangaben unterscheiden sich allerdings zwischen Herstellern. Maßgeblich sind die tatsächliche Hakenweite und ein ausreichend freier Bogen. Größere Köder verlangen gegebenenfalls einen größeren Haken.
Wo stehen Schollen? Hotspots und Fangstrategie
Aussichtsreich sind sandige Rinnen, die Ränder von Sandbänken und Übergänge zwischen Sand und muschelreichem Mischgrund. Solche Bereiche können Nahrung konzentrieren. Ein auffälliger Tiefensprung ist aber nicht zwingend erforderlich: Auch eine weitgehend ebene Sandfläche kann ergiebig sein, wenn dort viele Bodentiere leben.
Vom Ufer sollte nicht ausschließlich die größtmögliche Entfernung befischt werden. Sinnvoller ist es, unterschiedliche Distanzen zu prüfen und Bisse einer bestimmten Rinne oder Bodenstruktur zuzuordnen. Liegen die Fänge wiederholt in derselben Entfernung, lässt sich die Präsentation gezielt darauf ausrichten.
An der Nordsee müssen Wasserstand und Gezeitenströmung in die Platzwahl einbezogen werden. Überflutete Nahrungsflächen und angrenzende Rückzugsrinnen verändern ihre Bedeutung im Verlauf einer Tide. An der deutschen Ostseeküste spielen dagegen windbedingte Wasserstandsänderungen und örtliche Strömungen häufig eine größere Rolle als der geringe astronomische Tidenhub.
Vom Boot hilft es, erfolgreiche Driftbahnen festzuhalten und erneut anzufahren. Dabei sollte auch die Fischgröße berücksichtigt werden. Viele kleine Schollen zeigen zwar einen genutzten Lebensraum an, belegen aber nicht, dass größere Tiere auf genau derselben Fläche stehen. Ein Wechsel zu benachbarten tieferen Bereichen oder anderem Mischgrund kann dann sinnvoll sein.
Scholle als Speisefisch – Geschmack, Fleisch und Besonderheiten
Die Scholle ist ein etablierter Speisefisch mit weißem, zartem und vergleichsweise fettarmem Fleisch. Ihr Geschmack ist mild. Sie wird sowohl im Ganzen als auch filetiert angeboten und eignet sich für unterschiedliche schonende Garmethoden. Wegen der dünnen Filets kann das Fleisch bei zu langer Garzeit schnell trocken werden.
Die Gräten liegen überwiegend im zentralen Skelett und entlang der Flossensäume. Gegart lässt sich das Fleisch häufig gut davon lösen. Sorgfältig zugeschnittene Filets sind praktisch grätenarm, dennoch können einzelne Gräten verbleiben.
Der traditionelle Name Goldbutt bezeichnet dieselbe Fischart und bezieht sich auf ihre auffällige Zeichnung. Auch die Maischolle ist keine eigene Art, sondern eine saisonale Handels- und Gastronomiebezeichnung. Sie garantiert weder eine bestimmte Größe noch einen besonders guten Ernährungszustand. Nach der winterlichen Fortpflanzung müssen viele Tiere ihre Körperreserven zunächst wieder aufbauen; entsprechend können später gefangene Schollen deutlich fleischiger sein.
Naturschutz und ökologische Rolle
Schollen verbinden die Lebensgemeinschaft des Meeresbodens mit größeren Räubern: Sie nutzen Würmer, Muscheln und andere Wirbellose als Nahrung und werden selbst von Fischen und Meeressäugern gefressen. Für junge Schollen sind flache Küstenhabitate besonders wichtig. Veränderungen dieser Aufwuchsgebiete können deshalb Folgen haben, die sich erst später im Bestand erwachsener Tiere zeigen.
Die Art wird in der vom Thünen-Institut wiedergegebenen globalen und europäischen IUCN-Bewertung als nicht gefährdet geführt. Diese Einstufung beschreibt das Aussterberisiko der Art und sagt nicht, dass jeder regionale Bestand gleichermaßen gut entwickelt ist.
Auch hohe Bestandszahlen bedeuten nicht automatisch einen guten Zustand jedes einzelnen Fisches. Für die Ostsee werden in der aktuellen Bestandsdarstellung eine hohe Bestandsbiomasse und zugleich Probleme mit sehr dünnen, schlecht vermarktbaren Tieren beschrieben. Bestandsgröße, Wachstum und körperlicher Zustand müssen daher getrennt betrachtet werden.
Ökologisch relevant sind außerdem Sauerstoffmangel, Veränderungen des Nahrungsangebots und die Auswirkungen bodenberührender Fischerei. Dabei geht es sowohl um direkte Fänge als auch um Veränderungen der Lebensgemeinschaft am Grund. Für die langfristige Entwicklung der Scholle sind produktive Aufwuchsgebiete und ausreichend verfügbare Bodennahrung ebenso wichtig wie die Zahl fortpflanzungsfähiger Tiere.