Zwergwels (Ictalurus nebulosus)

Ictalurus nebulosus

Zwergwels

Aktuelle Angelbedingungen

Wetterstandort: Hamburg (Standard)

81 %

Gute Bedingungen

Beste Phase heute 19:30 – 21:00 Uhr Ortszeit
  • Nachts sind Zwergwelse besonders aktiv auf Nahrungssuche.
  • Wenn es abends dunkler wird, werden Zwergwelse aktiver.
  • Im wärmeren Halbjahr sind die Fische meist aktiver.

Wetterbasierte Einschätzung für diese Fischart.

Zwergwels – ein kleiner Katzenwels mit acht Barteln und bodennaher Lebensweise

Der Zwergwels ist ein gedrungen gebauter, überwiegend bodenorientierter Süßwasserfisch aus der nordamerikanischen Familie der Katzenwelse. Die heute anerkannte wissenschaftliche Bezeichnung lautet Ameiurus nebulosus. Der in älterer Literatur häufig verwendete Name Ictalurus nebulosus gilt als Synonym, wie der Arteneintrag der Global Biodiversity Information Facility (GBIF) ausweist. Im Deutschen wird die Art genauer als Brauner Zwergwels oder Brauner Katzenwels bezeichnet, weil der allgemeine Name Zwergwels auch für verwandte Arten verwendet wird.

Für Angler ist die Art vor allem in warmen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern von Bedeutung. Sie lässt sich mit einfachen Grundmontagen gezielt fangen, kann lokal sehr dichte Bestände bilden und bleibt gewöhnlich deutlich kleiner als der Europäische Wels. Ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Trübung, Sauerstoffmangel und stark schwankenden Umweltbedingungen erklärt, weshalb sich der Zwergwels auch außerhalb seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes etablieren konnte.

Merkmale und Bestimmung

Der Zwergwels besitzt einen kräftigen, im vorderen Bereich annähernd rundlichen Körper, der sich zur Schwanzwurzel hin deutlich verjüngt. Der Kopf ist breit und leicht abgeflacht. Das große Maul steht endständig bis geringfügig unterständig, wobei der Oberkiefer etwas über den Unterkiefer hinausragen kann. Um das Maul sitzen vier Bartelpaare. Besonders auffällig sind die langen Barteln an den Mundwinkeln sowie die dunklen Barteln an der Kinnunterseite. Die kleinen Augen liegen seitlich im oberen Bereich des Kopfes und spielen bei der Nahrungssuche eine geringere Rolle als Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn.

Die Haut ist schuppenlos und von einer schützenden Schleimschicht bedeckt. Eine Seitenlinie ist vorhanden, hebt sich auf der häufig unregelmäßig gefärbten Körperseite jedoch meist nur schwach ab. Der Rücken erscheint dunkelbraun, olivbraun oder graubraun. Die Flanken sind gewöhnlich heller und zeigen eine wolkige bis marmorierte Zeichnung aus dunklen Flecken. Zum Bauch geht die Färbung in ein schmutziges Weiß, Cremegelb oder helles Grau über. Jungfische können gleichmäßiger und wesentlich dunkler gefärbt sein.

Die kurze Rückenflosse und beide Brustflossen besitzen kräftige, feststellbare Hartstrahlen. An der Hinterkante der Brustflossenstacheln befinden sich deutlich fühlbare Sägezähne. Zwischen Rückenflosse und Schwanzflosse liegt eine strahlenlose Fettflosse. Die Afterflosse trägt gewöhnlich etwa 20 bis 24 Weichstrahlen. Die Schwanzflosse ist nur schwach eingebuchtet, annähernd gerade oder leicht gerundet und niemals tief gegabelt. Diese Merkmalskombination wird auch in der Bestimmungshilfe des Connecticut Department of Energy and Environmental Protection beschrieben.

Vom Europäischen Wels unterscheidet sich der Zwergwels unter anderem durch seine vier statt drei Bartelpaare, die Fettflosse und die wesentlich kürzere Afterflosse. Schwieriger ist die Abgrenzung zum Schwarzen Zwergwels Ameiurus melas. Dieser besitzt gewöhnlich weniger Afterflossenstrahlen und deutlich schwächere oder fehlende Sägezähne an den Brustflossenstacheln. Die Körperfärbung allein reicht zur sicheren Bestimmung nicht aus. In mitteleuropäischen Gewässern werden häufig Längen zwischen 15 und 30 Zentimetern erreicht. Exemplare über 40 Zentimeter sind möglich, bleiben aber vergleichsweise selten.

Lebensraum und Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Braunen Zwergwelses liegt im östlichen und mittleren Nordamerika. Es umfasst unter anderem Zuflüsse des Atlantiks, das Gebiet der Großen Seen und Teile des Mississippi-Systems. Seit dem späten 19. Jahrhundert wurde die Art in zahlreiche europäische Gewässer eingebracht. In Deutschland bestehen inzwischen regional etablierte Vorkommen. Das Bundesamt für Naturschutz führt Ameiurus nebulosus als etablierten gebietsfremden Fisch in seiner Managementliste.

Als Zwergwels-Lebensraum eignen sich vor allem flache Seen, Teiche, Altarme, Kanäle, Gräben und strömungsarme Abschnitte kleinerer Flüsse. Bevorzugt werden Bereiche mit weichem, schlammigem oder sandigem Untergrund, dichter Unterwasserpflanzenvegetation, überhängenden Ufern, Wurzelwerk und versunkenem Holz. Geschützte Buchten mit rascher sommerlicher Erwärmung bieten sowohl Nahrung als auch geeignete Plätze für die Fortpflanzung.

Die Art verträgt hohe Wassertemperaturen, starke Trübung und zeitweise niedrige Sauerstoffkonzentrationen besser als viele mitteleuropäische Fischarten. Daraus folgt jedoch nicht, dass sie ausschließlich verschmutztes oder nahezu sauerstofffreies Wasser bevorzugt. In strukturreichen Gewässern mit ausreichendem Sauerstoff kann sie ebenfalls hohe Bestandsdichten erreichen. Entscheidend sind Deckung, erreichbare Bodennahrung und Bereiche mit geringer Strömungsbelastung. Im Winter ziehen sich die Tiere überwiegend in tiefere, strömungsarme oder anderweitig geschützte Zonen zurück und reduzieren ihre Aktivität deutlich.

Nahrung und Verhalten

Der Zwergwels ist ein opportunistischer Allesfresser, der einen großen Teil seiner Nahrung direkt am Gewässergrund aufnimmt. Mit seinen Barteln und zahlreichen Geschmackssinneszellen kann er verwertbare Nahrung auch bei völliger Dunkelheit und in stark eingetrübtem Wasser lokalisieren. Während der Suche zieht er langsam über den Boden, untersucht Schlamm, Pflanzenreste und Hohlräume oder folgt einer Geruchsspur bis zu deren Ursprung.

Junge Zwergwelse fressen zunächst Zooplankton, kleine Krebstiere und feine Insektenlarven. Mit zunehmender Körpergröße erweitert sich das Spektrum um größere Larven, Würmer, Egel, Schnecken, Muscheln, Krebse, Fischlaich, kleine Fische und Aas. Auch pflanzliche Bestandteile und organischer Detritus können aufgenommen werden. Der Zwergwels ist deshalb nicht als reiner Raubfisch einzuordnen. Welche Nahrung tatsächlich dominiert, hängt von Körpergröße, Jahreszeit, Gewässertyp und lokalem Angebot ab. Bei größeren Exemplaren kann der Anteil von Fischen und Krebsen erheblich zunehmen.

Die intensivste Nahrungssuche findet häufig in der Abenddämmerung und während der Nacht statt. In trübem Wasser, unter dichter Vegetation, bei bedecktem Himmel oder in tieferen Bereichen können die Tiere auch tagsüber aktiv sein. Im Sommer bieten die Nacht und die kühleren Morgenstunden meist die längsten Fraßphasen. Bei sinkenden Temperaturen werden diese Zeitfenster kürzer. Wo der Bestand dicht ist, treten Zwergwelse häufig in Gruppen auf, sodass nach dem ersten Fang weitere Bisse innerhalb kurzer Zeit möglich sind.

Fortpflanzung und Wachstum

Die Fortpflanzung beginnt im späten Frühjahr oder frühen Sommer, sobald sich flache Gewässerbereiche ausreichend erwärmt haben. Der Laichplatz liegt gewöhnlich in einer geschützten Uferzone. Als Nest dienen flache Mulden im weichen Untergrund oder Hohlräume unter Wurzeln, Steinen, Totholz und dichter Vegetation. Der Platz wird gereinigt und gegen andere Fische verteidigt.

Die klebrigen Eier werden als kompakte Masse abgelegt. Mindestens ein Elternteil, häufig beide Partner, bewacht das Gelege, bewegt Wasser über die Eier und entfernt abgestorbenes Material. Nach dem Schlupf bleiben die Larven zunächst dicht beieinander. Später ziehen die Jungfische als auffälliger, kompakter Schwarm durch das flache Wasser und werden noch eine Zeit lang von einem Elterntier geführt und verteidigt. Diese Brutpflege erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit gegenüber vielen Fischarten ohne elterlichen Schutz.

Das Wachstum hängt stark von Temperatur, Nahrungsangebot und Bestandsdichte ab. In warmen, produktiven Gewässern können die Tiere früh geschlechtsreif werden. In überbesetzten Kleingewässern führt die Konkurrenz um Nahrung dagegen häufig zu langsamem Wachstum und zahlreichen klein bleibenden Exemplaren. Ein hoher Bestand muss deshalb nicht automatisch bedeuten, dass dort auch besonders große Zwergwelse vorkommen.

Bedeutung für Angler

Wer Zwergwels angeln möchte, benötigt weder schweres Welsgerät noch große Köder. Die Art ist ein sinnvoller Zielfisch für das leichte Grundangeln und kann vor allem an warmen Sommerabenden für regelmäßige Bisse sorgen. Wegen ihrer ausgeprägten Geruchsorientierung lässt sie sich auch in Gewässern befischen, in denen eine optische Köderpräsentation kaum möglich ist.

Der Drill fällt aufgrund der begrenzten Körpergröße meist kurz aus, dennoch wehren sich größere Exemplare auf leichtem Gerät kräftig und suchen schnell Deckung am Boden. In Gewässern mit dichten Beständen kann der Zwergwels beim Angeln auf Aal, Schleie oder andere bodennah fressende Arten regelmäßig als Beifang auftreten. Die Bisse sollten nicht unnötig lange abgewartet werden, weil Zwergwelse einen Naturköder häufig vollständig aufnehmen und tief schlucken.

Beim Abhaken ist auf die festen Stacheln der Rücken- und Brustflossen zu achten. Der Fisch sollte kontrolliert hinter dem Kopf gehalten werden, ohne die Hartstrahlen gegen die Hand zu drücken. Eine lange Lösezange erleichtert das Entfernen tief sitzender Haken und verkürzt die Handhabung.

Angelmethoden

Die zuverlässigste Methode ist eine einfache Grundmontage. Ein frei laufendes Blei ermöglicht es dem Zwergwels, den Köder ohne starken Widerstand aufzunehmen. Auf kurze Entfernung genügen leichte Gewichte, die den Köder sicher am Boden halten. In Flüssen oder Kanälen muss das Gewicht lediglich so weit erhöht werden, dass die Montage nicht aus dem gewählten Standplatz driftet.

Eine Grundrute mit sensibler Spitze zeigt die oft zunächst vorsichtigen Zupfer gut an. Nach mehreren kurzen Bewegungen folgt gewöhnlich ein gleichmäßiger Zug, sobald der Fisch mit dem Köder abdreht. In dicht bewachsenen Buchten kann auch eine Posenmontage erfolgreich sein. Dabei wird die Tiefe so eingestellt, dass der Köder auf dem Boden liegt oder wenige Zentimeter darüber schwebt. Diese Präsentation erlaubt es, schmale Lücken zwischen Kraut, Wurzeln und versunkenem Holz genauer zu befischen.

Kleine Kunstköder können gelegentlich einen Zwergwels fangen, sind für eine gezielte Angelei aber weniger verlässlich als Naturköder. Die Art reagiert stärker auf Geruch, Geschmack und einen leicht beweglichen Köder am Grund als auf eine schnelle optische Reizführung. Ruhige, präzise Präsentationen sind daher meist erfolgreicher als häufiges Einholen und erneutes Auswerfen.

Köder und Köderführung

Der klassische Zwergwels-Köder ist ein lebhaft angebotener Wurm. Tauwürmer, kleinere Mistwürmer oder Stücke eines größeren Wurms verbreiten eine deutliche natürliche Geruchsspur und bewegen sich auch bei stationärer Präsentation. Der Köder sollte so aufgezogen werden, dass die Hakenspitze frei bleibt. Ein kompakter Köder ist meist günstiger als ein übergroßes Bündel, das von kleinen Fischen angezupft werden kann, ohne dass der Haken sicher ins Maul gelangt.

Maden, Garnelenstücke, Muschelfleisch und schmale Fischstücke sind ebenfalls geeignet. Fischige Köder sprechen eher größere Exemplare an, während Maden und kleine Würmer bei Jungfischen und gemischten Beständen besonders viele Kontakte erzeugen. Anders als bei großen Raubwelsen sind Köder von 12 oder 20 Zentimetern für den typischen Zwergwels unzweckmäßig. Die meisten Fische lassen sich mit einem kompakten Happen von wenigen Zentimetern zuverlässiger haken.

Der Köder wird direkt auf dem Boden, an einer Krautkante oder unmittelbar neben einer Deckung angeboten. Gelegentliches leichtes Anheben kann die Geruchsspur erneuern und den Köder aus weichem Schlamm lösen. Dauerhaftes Zupfen ist nicht erforderlich. Eine kleine Menge zerschnittener Würmer oder anderer natürlicher Futterbestandteile kann Fische aus der näheren Umgebung sammeln. Großflächiges Anfüttern ist bei einem bereits dichten Bestand meist überflüssig.

Geräteempfehlung

Für kleinere Teiche und geschützte Uferbereiche reicht eine Rute zwischen etwa 2,40 und 3,00 Metern mit einem Wurfgewicht von ungefähr 20 bis 60 Gramm. An größeren Seen, Kanälen oder breiten Schilfgürteln bietet eine etwas längere Grund- oder Feederrute Vorteile bei der Köderkontrolle. Eine Stationärrolle der Größe 2500 bis 4000 besitzt ausreichend Schnurfassung und Bremsleistung.

Als Hauptschnur eignet sich eine monofile Schnur mit etwa 0,25 bis 0,30 Millimetern Durchmesser. In Bereichen mit Holz, scharfkantigen Muscheln oder dichter Vegetation ist eine stärkere und abriebfeste Schnur sinnvoll. Das Vorfach darf ähnlich kräftig ausfallen, weil die Fische den Köder dicht an Hindernissen aufnehmen. Ein Stahlvorfach ist für den Zwergwels nicht erforderlich.

Haken der Größen 4 bis 8 decken die meisten Wurm-, Maden- und Fischköder ab. Ein ausreichend langer Hakenschenkel erleichtert das Lösen. Die gesamte Montage sollte eher robust als übertrieben fein gewählt werden, ohne in schweres Welsgerät überzugehen. Entscheidend ist, einen Fisch aus Wurzeln oder Kraut herausführen zu können, bevor er sich dort festsetzt.

Hotspots und Fangstrategie

Erfolgversprechende Plätze liegen an Übergängen zwischen Deckung und offenem Wasser. Dazu gehören äußere Krautkanten, kleine Lücken im Schilf, versunkene Äste, unterspülte Ufer, Einläufe, flache Buchten und der Wechsel von weichem Schlamm zu festerem Grund. In Kanälen und langsam fließenden Gewässern sind strömungsberuhigte Seitenbereiche, Hafenbecken und die Rückseiten von Hindernissen besonders interessant.

Während warmer Sommerabende lohnt es sich, zunächst die flachen Uferzonen zu befischen. Mit einsetzender Dunkelheit verlassen Zwergwelse ihre Tagesverstecke und ziehen über benachbarte Futterflächen. Der Köder muss deshalb nicht unmittelbar in ein Hindernis geworfen werden. Häufig genügt eine Ablage wenige Meter vor der Deckung, wo der Fisch die Geruchsspur aufnehmen kann.

Bleiben an einem grundsätzlich geeigneten Platz während einer aktiven Tageszeit alle Kontakte aus, ist ein Wechsel zur nächsten Struktur meist sinnvoller als stundenlanges Warten. Nach einem Fang sollte die Montage dagegen schnell wieder denselben Bereich erreichen, weil weitere Tiere in unmittelbarer Nähe stehen können. Im Frühjahr sind geschützte, sich früh erwärmende Buchten interessant. Im Hochsommer bringen Dämmerung und Nacht die besten Chancen, während sich die Fische bei starkem Sauerstoffmangel an belüftete Einläufe oder windbewegte Ufer verlagern können. Im Winter ist eine gezielte Angelei deutlich weniger effizient.

Kulinarische Bedeutung

Der Zwergwels ist grundsätzlich ein brauchbarer Speisefisch. Sein helles, festes Fleisch besitzt einen milden Geschmack und lässt sich nach dem Entfernen der zähen, schuppenlosen Haut gut braten, backen oder räuchern. Größere Exemplare können filetiert werden, während kleinere Fische häufig im Ganzen zubereitet werden.

Die Fleischqualität hängt stärker als bei manchen anderen Arten vom Gewässer und von der Nahrung ab. Fische aus sauberen, sauerstoffreichen Gewässern besitzen gewöhnlich einen neutraleren Geschmack. Exemplare aus sehr schlammigen, warmen und nährstoffreichen Kleingewässern können erdig schmecken. Wegen der meist geringen Körpergröße ist die verwertbare Fleischmenge begrenzt, dennoch können kräftige Tiere kulinarisch durchaus sinnvoll genutzt werden.

Naturschutz und ökologische Rolle

In seinem nordamerikanischen Ursprungsgebiet ist der Braune Zwergwels ein natürlicher Bestandteil der Lebensgemeinschaft stehender und langsam fließender Gewässer. Er verwertet Bodentiere, Pflanzenmaterial, Aas und kleine Wirbeltiere und dient seinerseits größeren Raubfischen, Vögeln und anderen Beutegreifern als Nahrung. In Europa ist seine ökologische Rolle anders zu bewerten, weil die Art hier nicht zur ursprünglichen Fischfauna gehört.

Dichte Bestände können mit heimischen Bodenfischen um Nahrung und Deckung konkurrieren. Durch die Aufnahme von Fischlaich, Jungfischen und größeren Mengen wirbelloser Tiere kann der Zwergwels die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaft beeinflussen. Die Nahrungssuche im weichen Sediment kann außerdem feine Bodenbestandteile aufwirbeln. Wie stark diese Effekte ausfallen, hängt vom Gewässer, der Bestandsdichte und den vorhandenen Fischarten ab. Ein pauschaler Zusammenhang zwischen jedem Zwergwelsvorkommen und einem Zusammenbruch der heimischen Fischgemeinschaft wäre wissenschaftlich nicht haltbar.

Eine Untersuchung in vier polnischen Seen zeigte, dass hohe Bestandsanteile von Ameiurus nebulosus mit Veränderungen heimischer Fischgemeinschaften verbunden sein können, die Entwicklung jedoch zwischen den untersuchten Gewässern deutlich variierte. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Biological Invasions bei Springer Nature veröffentlicht. Für die ökologische Bewertung sind deshalb konkrete Bestandsdaten aussagekräftiger als die bloße Anwesenheit der Art. Besonders wichtig ist, eine weitere Verbreitung durch menschliches Umsetzen in bislang unbesiedelte Gewässer zu vermeiden.